Nach Taiwan reisen- Tipps rund um dein Reiseziel Taiwan. Wie reise ich über die Insel, was kann ich dort erleben, was erwartet mich in der Hauptstadt Taipei und was verpasse ich, wenn ich Taiwan, auch Isla Formosa genannt, nicht gesehen habe.

Taiwans Geschichte

An dieser Stelle möchte ich euch eine kurze Übersicht über Taiwans Geschichte geben.

Taiwans Geschichte bis ins 17. Jahrhundert

Die ersten Bewohner von Taiwan sollen malaiisch-polynesischer Abstammung gewesen sein. Während der Kolonialzeit landeten die Portugiesen und Spanier in Taiwan und eröffneten auf dem strategisch günstig gelegenen Eiland ihre Handelsstützpunkte für den Warenaustausch. Aus dieser Zeit stammt auch der Ausruf der portugiesischen Seefahrer „Ihla Formosa“, die schöne Insel, .
1622 eroberten die Holländer die Insel, verdrängten die Spanier und erklärten das Land zur niederländischen Kolonie. In dieser Zeit nahmen die Kolonialherren die ersten vom chinesischen Festland geflüchteten Han-Mitglieder auf, verpachteten ihnen Land und nutzen ihre Sprachkenntnisse für die Kommunikation mit den Ureinwohnern.

Der europäische Einfluss endete 1662. Von nun an hatten die Chinesen der Ming- und Qing-Dynastien das Sagen auf der Insel.

Taiwan und Japan

1886 wird das Gebiet zur chinesischen Provinz erklärt, bis die Chinesen den chinesisch-japanischen Krieg verlieren und Taiwan sowie die Penghu-Inseln an Japan abtreten müssen.

Gegen die drohende japanische Herrschaft wehrt sich die Bevölkerung noch kurzzeitig durch den Ausruf der „Republik Formosa“, doch der Widerstand lässt sich nur über wenige Wochen aufrecht erhalten, dann wird Taiwan von 1895 bis zum Ende des 2. Weltkrieges eine Kolonie des japanischen Kaiserreiches.

Nach der japanischen Kapitulation entsendet die Republik China seinen Gouverneur nach Taiwan. Allerdings verzichtete Japan auf seine Territorialrechte erst offiziell durch die Unterzeichnung des Friedensvertrages von San Francisco 1951 (hier ist der Link zur UN) und dem bilateralen Vertrag mit der Republik China im Jahr 1952.

Die Republik China auf der Insel

Als im Oktober 1949 der Kommunist Mao Zedong auf dem Festland die Volksrepublik China ausruft, flüchtet der damalige Präsident der Republik China und Führer der Kuomitang, Chiang Kai Shek mit seiner Armee und mehr als 1,2 Millionen seiner politischen Anhänger auf die Insel, wo er sich an die Spitze der dortigen Regierung setzt und – nach der heutigen Sichtweise der Taiwaner – die Republik China fortführte.

Bis die Generalversammlung der UN 1971 in ihrer Resolution beschloss, die Volksrepublik China als einzig rechtmäßige Vertretung des chinesischen Volkes anzuerkennen und der UN-Sitz der Führung in Peking übertragen wurde, war Taiwan Mitglied der Vereinten Nationen.

Die Chiang-Kai Shek Memorial Hall in Taipei- Taiwans Geschichte

Die Chiang-Kai Shek Memorial Hall in Taipei. Mittlerweile sind die Gedenkorte für den früheren Herrscher sehr umstritten.

Unter Chiang-Kai Shek erfuhr Taiwan einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung und verdoppelte seine Einwohnerzahl um ein Vielfaches. 1975, in dem Jahr als Chiang-Kai Shek verstarb, betrug sie mehr als 16 Millionen. Doch in der Zeit seiner Regentschaft war der Staat alles andere als eine Demokratie. Von 1949 bis 1987 galt das Kriegsrecht in Taiwan. Während dieser Zeit gab es keine freie Meinungsäußerung und politisch Andersdenkende verschwanden über Nacht oder wurden über lange Zeit ohne Gerichtsverfahren inhaftiert. Wie viele Menschen in der Zeit vom 28.02.1947, an dem Tag als der Aufstand gegen die damalige Regierung gewaltsam niedergeschlagen wurde, bis 1987 ihr Leben im „Weißen Terror“ verloren haben, ist bis heute unaufgeklärt.

Auch nach dem offiziellen Ende des Kriegsrechts blieben viele Bestimmungen noch in Kraft. Erst eine Demokratiebewegung von Aktivisten „Wild Lily“ im März 1990, der auch viele Studenten angehörten, ließ die Regierung zum Umdenken kommen. Am 01.05.1991 setzte der damalige Präsident Lee die „Zeitweiligen Bestimmungen während der Periode der Kommunistischen Rebellion“ außer Kraft und neue demokratische Verfassungsergänzungen wurden wirksam.

Taiwan und die Demokratie

Den Wandel und damit die Voraussetzungen für die heutige Staatsform leitete bereits der Sohn von Chiang Kai-shek, Chiang Ching-Kuo ein. Er ebnete den Weg für eine pluralistische Demokratie, in der er Oppositionsparteien zu ließ und Kontakte auf persönlicher und wirtschaftlicher Ebene mit der Volksrepublik ermöglicht wurden. Als er 1988 starb, übernahm der Vizepräsident, Lee Teng-hui, die Führung des Landes. Es dauerte aber noch bis ins Jahr 1996 bis die Grundlagen für demokratische Wahlen geschaffen waren und er in seinem Amt als Präsident bestätigt wurde.

Seit Anfang dieses Jahrtausends werden die Präsidenten und Regierungen jeweils von der Kuomingtang (KMT) oder, wie aktuell, von der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) gestellt. Die jüngsten Wahlen des Parlaments und für das Präsidentschaftsamt fanden am 11. Januar 2020 statt.

Für alle, die sich intensiver mit Taiwans Geschichte beschäftigen möchten und mehr Hintergrundinformationen rund um das Land suchen, gibt es diese Broschüre des taiwanesischen Außenministeriums.

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